Sonntag, 22. Mai 2016

Knatschgrüner Sommergruß aus der veganen Küche

Servus Ragazzi!

Heute gibt's gleich zwei Premieren: Zum einen zeigt euch die liebe Jessi von "Let there be om" im allerersten Gastbeitrag auf meinem Blog eines ihrer Lieblingsrezepte, und das ist eine vegane No-Bake-Torte - da hab ich mich bisher nicht ran getraut ;) Nebenbei bekommt ihr gratis eine kleine mentale Yogastunde - ich wünsche euch ganz viel Spaß beim lesen, nachbacken und probieren! ♥
 
 
Namaste! Ja, ihr habt richtig gelesen. Heute macht ihr einen Ausflug in die Yoga-Welt und nochmal ja, auch Yogis sind nicht zwangsläufig nur asketisch unterwegs, sondern essen ebenfalls gerne Süßes.  Der Genuss wird im Yoga übrigens "Bhoga" genannt. Wichtig ist dabei erwartungsfreier Genuss: Will heißen, genieße einen schönen Moment oder eine Leckerei in vollen Zügen, wenn sie da ist, sei aber nicht traurig oder gar abhängig, wenn du verzichten musst. Ich bin Jessi von www.lettherebeom.blogspot.de und habe die Ehre, euch heute ein geniales Frühsommer-Limettenkuchen-Rezept zu präsentieren. Vegan, glutenfrei, ohne Backen, knallgrün - und so dermaßen lecker, dass es sämtliche Zweifler beim ersten Bissen des Key Lime Pie überzeugt. Garantiert!
 

Sind alle Yogis Veganer?

Ich mache seit fast zwei Jahren eine Ausbildung zur Yogalehrerin und befasse mich nicht erst seit dieser Zeit intensiv mit der Yogaphilosophie. Ein heiß diskutiertes Thema ist: Dürfen überzeugte Yogis Fleisch essen? Gehört ein veganer Lebensstil zwangsläufig dazu? Nicht unbedingt (und auch bei mir nicht). 
 
Die allererste Verhaltensregel im achtfachen Pfad, quasi das erste Yogagebot, heißt: "Ahimsa - Gewaltlosigkeit". Übrigens nicht nur gegenüber allen Wesen auf dieser Welt (Mitmenschen, Tiere, Pflanzen), sondern auch sich selbst gegenüber. Das 100prozentig zu leben, ist sehr schwierig bis unmöglich. Denn was ist mit den Tierchen, die ich versehentlich zertrete, ohne es zu merken? Richtig, man muss es ja nicht übertreiben, sonst tut man sich selbst mit der Zwanghaftigkeit nur Gewalt an. Und dann beißt sich die Katze in den Schwanz. Was das Thema Fleisch oder tierische Produkte angeht: Ich bin auf jeden Fall viel sensibler geworden, esse weniger Fleisch als vorher und achte vor allem darauf, dass Fleisch, Eier usw. aus Herstellung kommen, wo man gut zu den Tieren ist.
 
Nichts destotrotz: Vegan ist teilweise auch richtig lecker! Den Beweis trete ich mit meinem Key Lime Pie an - ein Kuchen, der hauptsächlich aus Cashewkernen, Avocado, Limetten und Datteln besteht.
 

No Bake Key Lime Pie


Einkaufsliste für einen Kuchen (26er Form) 

 
Für den Boden:
  • 250 g Cashewkerne
  • 100 g Kokosraspeln
  • 1 Prise Salz
  • 200 g Datteln
  • 1 EL Kokosöl
 
Für den Belag:
  • 200 g Cashewkerne
  • 3 große Avocados
  • 5 Bio-Limetten
  • 100 g Xylit oder Rohrohrzucker
  • 150 g Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Kokosöl

So wird's gemacht


Die 200 g Cashewkerne sollten mindestens acht Stunden in Wasser eingeweicht werden - am besten am Abend vor dem Backen. Kurz vor der Verarbeitung gießt du das Wasser ab und spülst die Kerne gut ab.
 

 
Für den Boden mahlst du die 250 g trockenen Cashewkerne zu grobem Mehl, gibst die Kokosraspeln und Salz hinzu. Die Datteln entkernst du und zerkleinerst du ebenfalls. Dann das flüssige Kokosöl dazugeben, in einer Küchenmaschine oder Mixer vermengen, bis sich die Zutaten zu einer homogenen Masse verbunden haben - ich habe mit den Händen nachgeholfen, weil ich keine Küchenmaschine habe.
 
 
Dann schneidest du das Backpapier auf die Größe des Bodens der Springform, legst den Boden damit aus und presst den Teig gleichmäßig in die Form. Somit haben wir den ersten Teil des Kuchens schon fertig - ab damit in den Kühlschrank.
 
 
Jetzt machst du dich an die Creme. Die Avocados werden halbiert, entkernt und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausgelöst. Du reibst die Schale von zwei Limetten (deshalb bitte unbedingt nur Bio-Früchte verwenden!) ab und presst den Saft aller fünf Früchte aus. Jetzt gibst du die eingeweichten Cashewkerne, die Avocados, die Limettenschale und den -Saft und alle anderen Zutaten bis auf das Kokosöl in einen Standmixer oder eine Küchenmaschine und pürierst alles zu einer cremigen Masse. 
 
 
Ich habe alles mit einem kleinen Pürierstab vermengt und püriert - ist etwas mühsamer, klappt aber auch ganz gut. Kokosöl leicht erhitzen, damit es flüssig wird und zu der Masse geben, erneut kurz aufmixen und solange pürieren, bis der Brei wirklich ganz fein ist. 
 
 
Jetzt kommt die Creme auf den gekühlten Boden, verteile sie gleichmäßig in der Springform. Und jetzt ab damit ins Tiefkühlfach oder die Kühltruhe, drei Stunden warten - fertig. Danach kann der Kuchen zurück in den Kühlschrank, sonst wird er zu hart zum essen.
 
 
Ich würde sagen, der Sommer kann kommen - für heiße Tage ist der Key Lime Pie perfekt :)
 

Genießen mit allen Sinnen

 
Übrigens: Brave Yogis verschlingen den Kuchen nicht einfach. Probiert doch einmal eine kurze Geschmacksmeditation: Schneidet euch ein Stück Kuchen ab, setzt euch an einen Tisch. Stopp! Fernseher aus, Radio aus, Zeitschriften weg - jetzt wird nur gegessen. Das schärft die Achtsamkeit für die Besonderheit der Zutaten, für den Genuss, für das so viel zitierte Hier und Jetzt. Multitasking killt die Details. 
 
 
Jetzt beobachtet ganz genau: Wie fühlt es sich an, mit der Kuchengabel in die gekühlte Masse zu stechen, den etwas härteren Boden zu durchteilen. Riech an dem Stück! Iss das erste Stück - schmeckst du alle Zutaten heraus? Dieser Kuchen hat wirklich eine Menge Geschmacksebenen, erst ist für diesen bewussten Genuss also perfekt. Iss den Rest des Stücks auch langsam und mit Bedacht. Erinnert dich das Geschmackserlebnis an etwas, oder die Farbe des Kuchens, der Limettengeruch? Ich muss an eine saftige, grüne Blumenwiese denken - fast höre ich die Vögel zwitschern. Ein andermal ist der Kuchen einfach nur lecker ;-)

Namaste und besucht mich doch auf www.lettherebeom.blogspot.de!
Ich freu mich auf euch!
 
Eure Jessi

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