Sonntag, 11. Mai 2014

Cake of Rock: Wie die E-Gitarre in den Kuchen kommt

Servus Ragazzi,

ich wollte schon länger mal ausprobieren, wie man ein Motiv in einen Kuchen einbacken kann. Nach einigen gescheiterten Versuchen, auf die ich hier nicht näher eingehen will *räusper* hat es gestern endlich geklappt und jetzt leuchtet eine E-Gitarre aus meinem Schoko-Orangenkuchen raus :)


Es ist im Grunde auch gar nicht schwer, nur eine Heidenarbeit. Und wer eine saubere Küche liebt, sollte auf einen Riesenberg Kuchenkrümel gefasst sein und schonmal den Staubsauger vorbereiten ;)


Im Wesentlichen backt man erst einen Kuchen, aus dem das gewünschte Motiv ausgestochen wird, schichtet diese Motive dann in eine Kastenform oder eine eckige Kuchenform, gießt einen farblich unterschiedlichen anderen Teig drüber und backt das Ganze noch einmal.

Weil ich kein langweiliges Herz oder sowas einbacken wollte (wenn schon, denn schon...), habe ich die CD-Release-Party einer befreundeten Band zum Anlass genommen und ihnen einen Mottokuchen gebacken - mit E-Gitarren innen und ihrem Bandlogo außen. Übrigens, "The Dirt" machen handfesten Hardrock und sind absolut hörenswert, schaut unbedingt mal auf die The-Dirt-Facebookseite!

Wichtig ist, dass der Teig, aus dem ihr das Motiv nachher ausstecht, schwerer ist als der eigentliche Kuchenteig. Sonst schwirren euch die E-Gitarren (oder was auch immer) im Teig herum wenn der beim Backen aufgeht, und ihr wisst nachher nicht mehr wie ihr ihn anschneiden müsst damit das Motiv auch sichtbar wird.


Deshalb habe ich einen schweren Marzipan-Teig als Grundlage genommen, den ich auch bei meiner Leoparden-Torte verwendet habe, allerdings mit etwas geändertem Rezept: Dafür schneidet ihr 400 Gramm Marzipan in kleine Stücke und knetet ihn mit einem guten Schuss Wasser mit den Knethaken des Rührgeräts (sehr klebrige Angelegenheit!) zu einer einigermaßen gleichmäßigen Masse. Dazu kommen 200 Gramm Butter (dann kann es mit den Rührbesen weitergehen), fünf Eier, ein Fläschchen Mandelaroma und 180 Gramm Mehl. Wenn der Teig zu fest wird, noch ein wenig Wasser hinzugeben.


Das Ganze wird bei 180 Grad 20 bis 30 Minuten gebacken. Nach dem Abkühlen müsst ihr euch einen Ausstecher suchen, der hinterher das Motiv im Kuchen darstellen soll.


Bei mir war das die 7,5 Zentimeter lange E-Gitarre von Kaiser. Und dann stecht ihr aus dem abgekühlten Kuchen so viele E-Gitarren aus, wie geht und schneidet die härtere, dunklere Kruste ab, die will man ja hinterher im Kuchen nicht sehen. Hier beginnt übrigens die riesige Bröselei ;)
Aus den Resten des Ausstech-Kuchens könnt ihr Cakepops oder einen Trifle machen, zum Wegwerfen ist das ja zu schade.


Dann nehmt ihr euch entweder eine Kastenkuchenform oder eine eckige Kuchenform und beginnt mit der "Schichtarbeit", nachdem ihr euch den eigentlichen Kuchenteig angerührt habt. Da ihr genug Teig braucht, um die Motive schön zu bedecken, nehmt einen voluminösen Teig. Ich habe dafür vier Eier mit 200 Gramm Zucker und 200 ml flüssiger Margarine verrührt. Dazu kommen 220 ml Milch, zwei bis drei Esslöffel Kakaopulver, ein Päckchen Orangenschale oder Fläschchen Orangen-Aroma, ein Päckchen Backpulver und 300 Gramm Mehl.

Es sollte ein eher flüssiger Teig sein, damit er sich schön um die Motive legen kann. Den Boden der Form mit etwas Teig bedecken, die Motive dicht an dicht draufsetzen (bei meiner eckigen Form habe ich das in zwei "Strängen" gemacht, bei einer Kastenform reicht natürlich einer) und den Rest des Teigs drübergeben. Bei 180 Grad hat der Kuchen bei mit ca. eine Stunde gebraucht, macht aber schon vorher immer mal wieder die Stäbchenprobe.

Wichtig; Merkt euch unbedingt, in welche Richtung ihr die Motive eingesetzt habt, nach dem Backen sieht man das nicht mehr. Er muss hinterher so angeschnitten werden, dass ihr quer durch die Motive der beiden Stränge schneidet, sonst sieht man das Motiv ja nicht.


Während der Kuchen auskühlt, könnt ihr euch an die Verzierung machen. In meinem Fall wieder ein Schokoladen-Aufleger, wie bei meiner Jack-Skellington-Torte und diversen anderen. Ich finde, das geht am einfachsten und man hat die "Zutaten" immer zu Hause, ohne groß was anrühren zu müssen.


Meine Vorlage war das Logo der Band, das ich einfach groß kopiert habe.


Das Motiv wird in eine Klarsichthülle gesteckt und nachgezeichnet - ein bisschen vereinfacht, weil man mit Schokolade zwar fein, aber nicht so filigran arbeiten kann.


Dann wird die Folie umgedreht (!) und das Motiv spiegelverkehrt nachgezeichnet, weil die "schöne" und glatte Seite hinterher unten ist. Schmelzt einfach weiße und dunkle Kuvertüre in zwei Gefrierbeuteln in der Mikro (4 Minuten, 400 Watt) und lasst beides fünf Minuten auf Handtemperatur abkühlen. Winzige Spitzen der Beutel abschneiden und los geht's. Im Kühlschrank wird das Motiv dann in einer halben Stunde fest.

Ich habe den Kuchen einfach umgedreht, mit Schokolade überzogen (die beim Backen entstandene Wölbung müsst ihr abschneiden, damit er gerade liegt), den Aufleger platziert und mit silbernen Zuckerperlen eingefasst.

Beim Anschneiden wurde es spannend - und tadaaaaaa, es hat geklappt! :)




Der erste Bissen für den Chef: "The Dirt"-Bandleader Bernhard „Ace Man“ Atzesberger
Die Jungs waren total überrascht und begeistert und haben den ganzen Kuchen nach der Show am Stück verputzt, so wie das sein soll :)


Viel Spaß beim Ausprobieren und Nachbacken wünscht euch

LaDolceVita :)

Kommentare:

  1. Hallo! Ich finde deinen Blog absolut spitze! Du zauberst wunderschöne Kuchen, v.a. der Gitarrenkuchen ist super toll geworden! Muss ich unbedingt probieren, mein Mann spielt Gitarre und bekommt ihn zum Geburtstag (falls es mir gelingt) Hab schon eine Gitarren- Ausstechform bestellt und werde dir berichten... mach weiter so, ich freue mich auf jeden neuen Beitrag ! ... viele Grüße, deine Katl

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    1. Liebe Katl, vielen ♥-lichen Dank für dein großes Lob, das freut mich sehr!! :)
      Und ich bin schon sehr gespannt auf deinen Kuchen, dein Mann wird sich sicher freuen - den Jungs von The Dirt hats geschmeckt ;) Du kriegst das bestimmt hin, ist ein bisschen Fummelei und mit dem Gitarrenhals muss man ein bisschen aufpassen, aber es ist nicht schwer. Nur eine Riesenbröselei.... ;)
      Ich würd mich sehr über ein Foto freuen! :) Viele liebe Grüße, Tanja

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